FEUERWEHR BIENDORF

                                        unsere Freizeit für Ihre Sicherheit

Geschichtliche Entwicklung der Feuerwehr Biendorf

Am 14.01. 1914 wurde auf einer Gemeindeversammlung in der Gaststätte Strätz die Gründung einer Feuerwehr erörtert. Zugegen waren vom herzoglichen Gut bzw. Schlossbezirk Amtmann Türke und Revierförster Gerlach.

Ebenfalls waren Ratsmitglieder aus den Gemeinden Mölz, Wohlsdorf, Crüchern und Baalberge anwesend. Die Gründungsversammlung wurde auf den 30.01.1914 in der Gaststätte Weise festgelegt. 28 Bürger aus Biendorf, nahmen im Rahmen einer Gemeinderatssitzung teil und gaben ihre Bereitschaft zur Mitwirkung. Vom anhaltinischen Feuerwehrverband war der Verbandssekretär Paul Gerlach von Dessau anwesend. Er zitierte in feierlicher Form den Inhalt der Gründungsurkunde und forderte die 28 Bürger dazu auf ihre Bereitschaft durch die Unterschrift zu bekräftigen.

 

Die Gründungskameraden waren:

 

Wilhelm Geißler jun., Wilhelm Naumann, Otto Mittag, E. Schmidt, W. Pannicke, Paul Schäfer, Wilhelm Schmidt, Christoph Metze, Gustav Lerch, Otto Escheberg, Otto

Thärmann, G. Schöne, Franz Funke, Paul Träger, Friedrich Krätsch, Ernst Krüger,

Paul Wischke, Herrmann Koch, Karl Krätsch, Gustav Gehrke, Carl Hornemann, Alwin

Koch, Richard Geißler, Louis Liebegott, Eduard Tegtmeier, Friedrich Beck, Paul

Klickermann, Eduard Pfeil

 

Gewählt wurden:

 

Hauptmann:                                                              Otto Thärmann

Stellvertreter:                                                             Paul Träger

Spritzmeister:                                                            Wilhelm Geißler jun.

Stellv. Spritzmeister:                                                 Gustav Gehrke

Steigerführer                                                             Wilhelm Schmidt

 

Die Arbeit der Feuerwehr wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Von April 1914 –1919 kam es zu einer Stagnation. Die erste Zusammenkunft der verbliebenen Kameraden war am 13.03.1919. Eine Gedenkminute für die gefallenen Kameraden Paul Klickermann, Paul Träger, Carl Hornemann und Wilhelm Schmidt, war der Auftakt zur Widererhebung der freiwilligen Feuerwehr. Maßnahmen zur Gewinnung neuer Kameraden sowie die Erweiterung der technischen Ausrüstungen wurden festgelegt. Es wurde ein System zur Einrichtung von Feuermeldestellen erstellt und diese wurden dann mit Nebelhörnern ausgerüstet. Die Alarmierung durch das Glockengeläut  wurde damit abgelöst. Im gleichen Jahr wurde die freiwillige Feuerwehr auf eine große Bewährungsprobe gestellt. Es galt gemeinsam mit den umliegenden Wehren den Schlossbrand zu bekämpfen. Die Ursache des Brandes blieb unklar. Der ehemalige Besitze des Ritterguts, Herr Lampe, musste 1.987,00 Mark an die hiesige Wehr entrichten. Aus der Bekämpfung dieses Brandes wurden Schlussfolgerungen und weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft gezogen. So wurden Stegleitern zur Bergung von bedrohten Menschen aus höheren Etagen zur Vollkommung der materiellen – technischen Basis gekauft und von Herrn Dr. Zscheye wurde der Wehr eine ausfahrbare Leiter zur Verfügung gestellt. Durch die Gemeinde wurde im August 1930 ein Feuerwehrhaus gebaut. Im Februar 1936 wurde die Wehr wieder zu einem Großbrand gerufen. Der Brand wurde durch Schweißarbeiten im Bereich der Zuckerfabrik verursacht. Trotz Einsatz aller umliegenden Wehren mit Handdruckspritzen, Motorspritzen einschließlich 2 Köthener Automobillöschzügen konnte der Betrieb nicht mehr gerettet werden. Der Schaden betrug weit über 2 Millionen damalige Reichsmark. 50 Beschäftigte und 350 Saisonarbeiter hatten in einer Nacht ihren Arbeitsplatz verloren. 25.000 Zentner Zuckerrohr im Wert von 400.000 Mark sind den Flammen zum Opfer gefallen. Neue Erkenntnisse in der Bekämpfung von Bränden haben sich ergeben, die es galt in der Ausbildung mit einzubeziehen. Der 2. Weltkrieg hat den Charakter der freiwilligen Feuerwehr wesentlich verändert. Die Wehr bestand in der damaligen Zeit nur noch aus älteren Kameraden die nicht mehr zum Wehrdienst eingezogen werden konnten und Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 standen nur zur Verfügung. Erst nach 1945, obwohl Deutschland in 2 Staaten geteilt wurde, konnte sich die freiwillige Feuerwehr neu formieren und entwickeln. Eingeleitet wurde diese neue Epoche wiederum durch einen Großbrand im Herbst 1948, in der Forschung des damaligen Instituts. Eine Ausbreitung des Brandes auf umliegende Gebäude konnte vermieden werden. Kleinere Brände in Wohnungen, Gehöften und auf Feldern konnten unter Kontrolle gebracht werden und größere Schäden wurden vermieden. Bereits im Zeitraum der sowjetischen Besatzungszone begann sich die freiwillige Feuerwehr wieder zu stabilisieren. Viele Kameraden die aus dem Krieg oder der Gefangenschaft zurückkehrten reihten sich wieder in den Reihen der Feuerwehr ein. Ziel gerichtet wurde der Dienst wieder aufgenommen. Mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 1949 wurde die freiwillige Feuerwehr staatlich geleitet. Zielstrebig wurde die materielle – technische Basis erneuert und erweitert. So wurde in den 50er Jahren die Handspritze durch eine Motorspritze ersetzt. Als Mannschaftswagen erhielt die freiwillige Feuerwehr einen Jeep aus der Nachkriegszeit der von den Kameraden in freiwilliger Arbeit umgebaut wurde. 1967 wurde uns ein B 1000 zur Verfügung gestellt, welcher 1978 durch ein Löschfahrzeug LF 8 abgelöst wurde. Der umgebaute Brennebor der damals als transportables Fahrzeug diente, wurde verschrottet. Im gleichen Zeitraum wurde in Etappen eine einheitliche Uniformierung vorgenommen, für Einsätze wurden Kombinationen, Stiefel und Helme angeschafft. Durch die Entwicklung reichte das 1930 eingeweihte Gerätehaus nicht mehr aus und so wurde 1973 ein neues Gerätehaus gebaut und 1977 / 78 erweitert. 1978 wurde das Gerätehaus an die Heiztrasse des Volksgutes angeschlossen. Damit war eine Einsatzbereitschaft der Technik auch in den Wintermonaten rund um die Uhr gewährleistet. Durch Ausbildungen, Schulungen und Versammlungen konnte das Niveau wesentlich erhöht werden. Im Ergebnis dieser Entwicklung wurde uns 1980 durch den Stellvertreter des Vorsitzenden für Inneres des Kreises der Titel „Vorbildliche Feuerwehr“ anerkannt. Dieser Titel konnte 1983 mit Erfolg verteidigt werden. Vorbeugender Brandschutz war ein Bestandteil der Arbeit der freiwilligen Feuerwehr gewesen. Jahrzehnte wurden Brandschutzkontrollen in Verbindungen und Vertretern der Gemeinden in den landwirtschaftlichen Betrieben, Handwerksbetrieben und Wohnstätten durchgeführt. Die festgestellten Mängel wurden mit den Eigentümern ausgewertet und Maßnahmen zur Beseitigung wurden festgelegt. Somit konnten Brände vermiedne und Privateigentum geschützt werden. 1969 wurde eine Frauenlöschgruppe gegründet. Das Prinzip der Gleichberechtigung der Frau wurde auch in unserer Wehr verwirklicht. Diese Frauenlöschgruppe nahm auch an Wettkämpfen und Ausscheiden teil.

Die Bildung einer Tageslöschgruppe für den Brandschutz im Ort war das Ziel der Wehrleitung. Somit wurde 1987 im VEG Saatzucht eine selbstständige Löschgruppe gebildet. Die Ausbildung wurde unter Anleitung des Wehrleiters vorgenommen und somit wurde die Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehr wesentlich erhöht. Im Jahr 1984 wurde in einer Aussprache durch den Wehrleiter und dem Bürgermeister mit den Jugendlichen des Ortes junge Bürger für die freiwillige Feuerwehr erworben. Nach der Wende 1990 ging die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr zielstrebig weiter. Durch die Gemeinde wurden Mittel bereit, gestellt zur Ergänzung der Kleidung und der Ausrüstungen. Mit Einführung der Marktwirtschaft und der Strukturveränderung der Betriebe wurde die Heiztrasse unterbrochen. Das neue und das alte Gerätehaus wurden auf Ölheizung umgestellt. Die Arbeit mit der Jugend wurde aufrechterhalten und aus diesem Grund wurde der traditionelle Fackelumzug am Vorabend des 01. Mai von der freiwilligen Feuerwehr fortgesetzt. Die Schalmaienkapelle aus Crüchern war unser ständiger Begleiter.

Weitere Einsätze der Feuerwehr waren:

 

-          Flächenbrand an der Eisenbahn in Richtung Bernburg und Köthen

-          der Schwehlenbrand in der alten BHG

-          der Brand in der Sachkammer des VEG

 

Am 03. 01. 1993 wurden wir nach Crüchern zur Bekämpfung des Schafstallbrandes gerufen.

1996 begann der Um – und Ausbau des Gerätehauses, wodurch Ausrüstung und Technik verbessert werden konnten. 1997 Unterstützung der Vereine bei Veranstaltungen. Die Baumaßnahmen des Gerätehauses wurden 1998 beendet. Im selben Jahr legte Wehrleiter Horst Eilemann nach 35 Jahren sein Amt nieder. Neuer Wehrleiter wurde Günther Hartmann, Stellvertreter Reno Eilemann. 1999 fand die Übergabe eines neuen Feuerwehrfahrzeuges Typ LF 8/6 Allrad statt. Weitere Veranstaltungen in diesem Jahr waren: 1025 Jahre Biendorf, 30 Jahre Reitverein und 85 Jahre Feuerwehr. Im darauf folgenden Jahr nahm unsere Feuerwehr an vielen Ausscheiden teil. Ebenfalls dabei war sie als der Biendorfer Fußball 90 wurde.

2001 war das Jahr der Übungen zusammen mit der Feuerwehr Wohlsdorf und dem Sanitätszug des DRK Bernburg. Es fand eine Übung im Strandbad Gerlebogk statt. Am 08.09. 2001 heulte um 09:45 Uhr die Sirene, doch es war nur eine Übung zusammen mit dem Sanitätszug des DRK Bernburg, den Feuerwehren aus Cörmigk, Preußlitz, und Wohlsdorf.

Das Jahr der Jahrhunderflut war 2002. Viele Menschen verloren alles was sie hatten.

Bei sehr hohen Temperaturen half unter anderem die Feuerwehr Biendorf in Aken und Pratau dabei eben diesen Menschen zu helfen. 2004 hatte unsere Feuerwehr Geburtstag und wurde 90 Jahre jung. Es kamen Gästen aus Nah und Fern. Höhepunkte waren die 2 Drehleitern der Stadt Bernburg und der Stadt Köthen. In diesem Jahr fanden wieder Wahlen statt, wobei Günther Hartmann Wehrleiter blieb und Reiner Timplan den Platz des Stellvertreters einnahm.

 

 

 

 

Feuerwehr Biendorf